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Reisebericht Christoph Böhn

Donnerstag, 4. August
Nachdem Léo, mein ehemaliger Austauschschüler, den ich seit 3 Jahren nicht mehr gesehen hatte, am Abend des 3. Augusts bei mir ankam, starteten wir frisch und fröhlich am 4. in unseren Urlaub. In Fellbach legten wir einen kurzen Zwischenstopp ein, da wir uns mit dem ersten Bürgermeister Geyer trafen, wobei auch die Presse anwesend war.
Danach hieß es: Ab in den Urlaub!
Unser erstes Ziel war Nürnberg, das wir nach etwa 2 Stunden erreichten. Dort angekommen, fanden wir das Hotel ziemlich leicht. Zum Mittagessen entschieden wir in der Altstadt zu picknicken. Während dem Essen plauderten wir über die guten, alten Zeiten (über den Schüleraustausch, den wir 3-mal zusammen gemacht hatten). Die Zeit verging so schnell, dass wir unser heutiges Ausflugziel, das Deutsche Bahnmuseum, nicht mehr besuchen konnten, da es zu spät war. Wir entschieden uns also es morgen zu besichtigen  und stattdessen noch einige Bilder von der Altstadt Nürnbergs zu machen, die stark mittelalterlich geprägt ist und viele Kirchen beherbergt.

Freitag, 5. August
Heute machten wir uns am Vormittag auf, das DB-Museum zu besuchen. Mit Audioguides ausgestattet, erkundeten wir die Geschichte der Bahn. So erhielten wir Einblicke in die Anfänge der Eisenbahn bis hin zu Zeiten der Teilung Deutschlands in DDR und BRD. Zum Teil mit echten Fahrzeugen, zum Teil mit Modellen oder Filmen bekamen wir so einen guten Gesamtüberblick.
Es folgte eine Sonderausstellung zum Thema Sport, bei der wir Gelegenheit hatten Tischtennis zu spielen.
Am Ende des Museums schloss sich gleich das Nächste an: Das Museum für Kommunikation.
Es gefiel  uns sehr gut. Mit vielen Anschauungsobjekten ausgestattet, die die Entwicklung der Telefone, Fernseher, etc. zeigen, wurde unser Interesse geweckt. Jedoch waren es die Anwendungsbeispiele, die uns viel Spaß machten. Wir nahmen uns alle Zeit der Welt, um jedes auszuprobieren, da wenige Besucher dort waren. Auch hier schloss sich am Ende eine Sonderausstellung unter dem Titel „Die Sprache des Gelds“ an, diese wir jedoch nicht allzu sehr unter die Lupe nahmen, da nach über 6 Stunden Museumsbesuch unsere Mägen knurrten. Nach dem Essen liefen wir noch etwas durch die Stadt und packten unsere Sachen, denn am Folgetag sollte die 5 stündige Weiterfahrt nach Dresden anstehen.

Samstag, 6. August
Der Samstag war ein heißer Tag; leider. Denn heute würden wir viel Zeit in Zügen verbringen. Zudem wies auch noch der erste Zug eine solche Verspätung auf, dass wir den Anschlusszug verpassten. So fuhren wir weiter nach Halle, wo wir genügend Zeit hatten zu picknicken. Von Halle ging es weiter nach Leipzig, wo wir ebenfalls viel Zeit hatten. Diesmal liefen wir durch den prächtigen Hauptbahnhof. Die letzte Fahrt brachte uns endlich um 18 Uhr nach Dresden. So hatten wir fast den ganzen Tag im Zug verbracht. Jedoch hinderte dies uns nicht die Stadt bei untergehender Sonne anzuschauen. Von weiten hörten wir Musik und sahen schließlich vor uns am anderen Elbufer eine Bühne mit einer riesigen Menschenmenge, die mitfeierte. Es waren die bekannten „Filmnächte am Elbufer“. Die Kulisse der während des zweiten Weltkriegs bombardierten Stadt an der Elbe ist einzigartig und sollte sich als einer der Höhepunkte der Reise herausstellen. Als die Musik erlosch, schlenderten wir zurück ins Hotel.

Sonntag, 7. August
Mit dem Gratis-Stadtplan vom Hotel ausgestattet, liefen wir in Richtung „Deutsches Hygiene-Museum“. In der ersten Ausstellung sahen wir einen Mix aus Kunst, Biologie, Philosophie und Psychologie. Von ersten Versuchen den Körper des Menschen zu erkunden bis hin zu moderner computer-unterstützter Darstellung von aktiven Gehirnregionen bei bestimmten Verhalten war alles vertreten. Alles in allem: gut, aber zum Teil schwer zu verstehen und etwas schwer auf Französisch zu übersetzen. Doch es sollte nicht alles sein. Im zweiten Stock befindet sich die Dauerausstellung des Museums, die leichter verständlich ist. Neben Ausstellungen über erste Röntgenapparate, nicht heilbare Krankheiten, dem demographischen Wandel Deutschlands, die Funktion einzelner Organe, Essgewohnheiten und vieles mehr, hatten wir auch hier wieder die Möglichkeit an zum Teil sehr unterhaltsamen Experimenten und Anwendungsbeispielen Teil zu nehmen. Doch am Ende der Ausstellung sollte das Beste auf uns warten: Wir trafen eine Mitschülerin von Léo, die auch ich vom Austausch kannte!
Nach diesem Museum machten wir uns auf den Weg, die vier Museen im Zwinger zu besichtigen. Dort angekommen, wurde uns jedoch der Eintritt verweigert, denn es wurde ein Konzert vorbereitet. Wir liefen also durch die Altstadt, um Fotos von anderen Monumenten zu machen und besichtigten die berühmte Frauenkirche.

Montag, 8. August
Für den Montag war ein Tagesausflug nach Meißen, der Partnerstadt von Fellbach im Osten Deutschlands, geplant. In Meißen angekommen, liefen wir einmal quer durch die Stadt, um zu Meißens Aushängeschild zu gelangen: Die Porzellanmanufaktur. Im Erdgeschoss befindet sich zugleich der Verkauf von Porzellanen von zum Teil über 30.000€. Es wurde eine kleine Tour durch verschiedene Schauwerkstätten gemacht, in denen man die verschiedenen Schritte von der Bearbeitung bis zur Fertigstellung besichtigte. Zudem lernte man, dass Porzellan hauptsächlich aus 3 Komponenten besteht: Kaolin, Feldspat und Quarz. Das Museum an sich war eine Sammlung von Porzellanen aus aller Welt, hauptsächlich jedoch Meißen.
Nach der Porzellanmanufaktur blieb uns noch Zeit, etwas zu unternehmen. Wir liefen also zu Meißens Burg hoch, der Albrechtsburg. Diese beherbergte einige Zeit lang die Porzellanmanufaktur, auf ihr wurde das Bundesland Sachsen ausgerufen und nun ist sie zu besichtigen. Trotz Restaurierungsarbeiten, ist sie von Innen sehr schön und gibt viel her.
Etwas müde vom vielen Laufen, fuhren wir nach Dresden zurück und liefen ein letztes Mal in die Stadt rein, um zu Abend zu essen. Dort erlebten wir eine zweite Überraschung: Wir trafen eine Schülerin des GSG, die ebenfalls am Austausch teilgenommen hatte.

Dienstag, 9. August
Nach einem gemütlichen Frühstück in einem Café, hieß es: „Dresden Adieu; Berlin, wir kommen!“ So fuhren wir also nach Berlin, um etwas von der Hauptstadt zu erfahren.
Nach einigen kleinen Orientierungsschwierigkeiten fanden wir unser Hotel, das einstmals das Appartement der Schauspielerin Asta Nielsen in den 20er Jahren war.
Nach einem gemütlichen Mittagessen nahe der Kurfürstendamms, entschieden wir uns durch die Läden zu ziehen, denn das Wetter verschlechterte sich. Immerhin schafften wir es von Laden zu Laden bis ins KaDeWe, das immense Einkaufszentrum der Schönen und Reichen.

Mittwoch, 10.August
Am heutigen Tag haben wir viel unternommen. Alles fing an mit dem Besuch des Technikmuseums, in dem wirklich für jeden etwas Interessantes zu finden ist. Von Computern, Radios und Telefonen, über Eisenbahnen, Schiff- und Luftfahrt, einer Brauerei, bis hin zum Science Center, das viel Spaß machte, und deinem Oldtimer Depot, welches wir aus Zeit- und Hungergründen leider nicht besichtigten (es war bereits 16.30Uhr).Es folgte eine kleine Stadtbesichtigung mit Hilfe der Metro. Alexanderplatz mit Berlins Fernsehturm und dem Roten Rathaus.
Anschließend zu Fuß an der Spree, um zur Museumsinsel zu gelangen. Weiterhin liefen wir „unter den Linden“ zum Brandenburger Tor. Danach das Holocaust-Mahnmal und weiter in Richtung Potsdamer Platz. Im Sony Center trafen wir aus Versehen auf die Vorpremiere des Kinofilms „what a man“ mit den Schauspielern. Weiter gings zum Checkpoint Charlie und zum Schluss der Gendarmenmarkt. Es war bereits dunkel und das Deutschlandspiel hatte längst angefangen.
Unser Tag endete also in einer Bar, die das Fußballspiel übertrug, mit Berliner Bier und Currywurst.

Donnerstag, 11. August
Am Morgen machten wir einen kleinen Abstecher ins Institut Français, bzw. Maison de France, um die französischen (Sport-) Nachrichten zu erfahren. Dann ab zur Siegessäule auf einer riesigen Verkehrsinsel. Anschließend liefen wir zu Fuß am „Haus der Kulturen der Welt“ vorbei zum Bundeskanzleramt, um anschließend den Reichstag zu besuchen. Leider hatte ich meine Hausaufgaben nicht sehr gut gemacht, denn man muss sich mittlerweile für einen Besuch online im Voraus registrieren. Also liefen wir weiter durch Berlin. Wir kamen an Trabbi-Safari vorbei, sahen das Axel Springer Haus, lasen die Informationsplakate über die Berliner Geschichte, sahen das Mahnmal von Peter Fechter, der über die Grenze fliehen wollte und erschossen wurde.
Da das Mauermuseum am Checkpoint Charlie zu voll war, besuchten wir das eintrittsfreie Stasi-Museum, wo wir zahlreiche Informationen mittels Audioguides bekamen.
Um die Abfahrtszeiten nach Stralsund zu erfahren fuhren wir dann zum Hauptbahnhof und liefen ein Stück an der Mauergrenze.
Anschließend besuchten wir dann doch das Mauermuseum am Checkpoint Charlie, da es spät war und wir wussten, dass es erst um 22Uhr schließt. Das Museum an sich ist zwar etwas in die Jahre gekommen, jedoch gefiel es uns sehr, vor allem die zum Teil sehr phantasievollen Fluchtversuche zahlreicher DDR-Bürger. Zudem sind die Informationstafeln auf Französisch.

Freitag, 12. August
Überpünktlich am Hauptbahnhof angekommen, fanden wir ein Chaos vor. Fast alle Züge hatten Verspätung oder fielen ganz aus. Komischerweise traf unser RE pünktlich ein und wir konnten unsere Reise fortsetzen. Jedoch verspätete sich unser Zug unterwegs und sobald wir im Norden ankamen, fing es an zu schütten (es regnete stark).Im Stralsunder Bahnhof überlegte sich Léo einen Regenschirm zu kaufen, fand jedoch keinen.
Im Hotel angekommen, duften wir uns erst mal umziehen. Wir entschieden uns, das Ozeanum noch zu besuchen (eine Mischung aus Aquarium und Museum), das sehr interessant war. Auf dem Hin- und Rückweg liefen wir zwangsläufig durch die Stadt und kamen am Hafen vorbei, wo die Gorch Fock 1 steht.

Samstag, 13. August
Etwas müde (ja, auf Städteberichtigungsreise wird man mit der Zeit etwas müde), standen wir auf und sahen ein bisschen fern, denn es war 50 Jahre Mauerbau.
 Anschließend fuhren mit der Bahn auf die Insel Rügen. Genauer gesagt: nach Binz.
Nachdem wir etwas durch die Stadt gelaufen waren, hatten wir vor, die Kreidefelsen per Schiff zu sehen. Doch wir warteten umsonst, denn für den Tag waren die Schifffahrten abgesagt worden. Wir setzten uns also an den Strand und sahen  den Menschen im Wasser zu, redeten über dies und das, ehe wir aufs Festland zurückfahren mussten.

Sonntag, 14. August
Am Sonntag fuhren wir von Stralsund ab und kamen (natürlich mit Verspätung) in ein verregnetes Hamburg an. Wieder einmal hieß es: Jacken an und im strömenden Regen das Hotel finden.
Am Nachmittag liefen wir am Hafen entlang und besichtigten das ehemalige russische U-Boot U-434, auf dem man keinen Komfort erwarten kann. Durch die Luken muss man sich hindurchzwängen, zum Teil kann man nicht aufrecht stehen, hier zu leben stellt man sich schrecklich vor; doch alles in allem ist es eine sehr interessante Erfahrung. Auf dem Heimweg machten wir einen kleinen Umweg über Sankt Pauli und der berühmt berüchtigten Reeperbahn. Am Rathausmarkt stießen wir auf ein kostenloses Konzert, wo „Le Fly“ spielten. Da es uns gefiel, blieben wir noch bis zum Ende.

Montag, 15. August
Da an Montagen fast alle Museen geschlossen sind, planten wir dort eine Hafenrundfahrt ein. Von unserem Touristenschiff aus, sahen wir die Anlegestelle großer Kreuzfahrtschiffe, den Containerhafen (wo gerade ein 13.000 Container-Schiff seine Ladung losch), Hamburgs „Faule Eier“ (eine Kläranlage, die Strom erzeugt), den riesigen Autostellplatz (für alte Autos, die nach Afrika verkauft werden), die noch nicht fertig gebaute Philharmonie und vieles mehr. Die Dimensionen vom Hafen sind schon beeindruckend. Nicht umsonst ist er der zweitgrößte Hafen Europas.
Später durchquerten wir die Elbe über den alten Elbtunnel, der dieses Jahr seine 100 Jahre feiert. Den Abend verbrachten wir auf dem Dom, das Hamburger Volksfest.

Dienstag, 16. August
Der heutige Tag startete mit einem Museumsbesuch im „Prototyp Automuseum“. Um dorthin zu gelangen, liefen wir durch die halbe Stadt in die „Hafen City“ und sahen die alten backsteinernen Gebäude der Speicherstadt, die nun restauriert werden.
Das Museum, auch neu restauriert, beheimatet vor allem alte Prototypen, wovon die meisten Sportfahrzeuge sind. Im 2. Untergeschoss befand sich eine Galerie mit Fotos. Wenn man sich etwas für Autos interessiert, kann man das Museum sehr gut besuchen. Es ist modern, hell und nicht zu voll von Exponaten.
Anschließend wollten wir in den Deichtorhallen zu einer Photographie-Ausstellung, um auch etwas Kunst zu sehen, doch diese war wegen einer Umbauphase geschlossen. Wir gingen deshalb ein bisschen durch die Läden, ehe wir uns Tickets für die Vorstellung „Tap Stars“ im St. Pauli Theater holten, welche wir am Abend besuchten. Vor ausverkauftem Publikum steppte die Gruppe „Bad Boys of Dance“ auf moderner Musik. Die Stimmung war großartig.

Mittwoch, 17. August
Die Reise nähert sich dem Ende, leider. Unsere letzte Etappe: Köln. Dort angekommen war unser erster Anlaufpunkt die riesige, gotische Kathedrale, in der gerade ein kleines Orgelkonzert gespielt wurde. Weiter ging es auf der Hohenzollernbrücke auf die andere Rheinseite. Auf der Brücke waren wir über die Anzahl der Liebesschlösser beeindruckt. Es sind mehrere Tausende!
Auf der anderen Uferseite wollten wir auf den Köln Triangle Turm hoch, doch dieser war geschlossen. Nach einem kleinen Spaziergang liefen wir ins Hotel zurück, wohl wissend, dass ein Tag Köln zu wenig ist und unsere Reise nun endete.

Donnerstag, 18. August
An diesem Tag begleitete ich Léo noch zum Flughafen, denn er flog von Köln aus nach Marseille. Wir verabschiedeten uns voneinander und ich fuhr mit dem Zug zurück nach Stuttgart.
Anschießend möchte ich noch Dank sagen:
Mein Dank geht an die Eisele Stiftung und vor allem an Herrn Kögler, der die Reise super mitorganisiert und sich gut um uns gekümmert hat.
Ich bedanke mich auch bei meinen guten Freund Léo, mit dem ich sehr viel Spaß hatte durch Deutschland zu reisen.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dr. Karl Eisele und Elisabeth Eisele Stiftung