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Reisebericht Daniela Uhl


Montag, 7. August 2006

Nach monatelangem Warten ging unsere Reise nun endlich los. Unser erstes Ziel: der Bodensee. Mit dem Zug in Friedrichshafen angekommen, besuchten wir gleich das Zeppelin Museum, welches im ehemaligen Bahnhofsgebäude Hafen untergebracht ist. Dort befindet sich die weltweitgrößte Sammlung zur Geschichte und Technik der Luftschifffahrt.
Für mich persönlich sehr interessant war der begehbare Nachbau des Luftschiffes LZ129 Hindenburg. Ein Zeppelin dieses Typs wurde 1936/37 im Liniendienst nach USA und Südamerika eingesetzt. Mit dem Brand am 6. Mai 1937 in Lakehurst, wo 36 Personen den Tod fanden, nahm die Luftschifffahrt ein abruptes Ende.
Mit diesen Eindrücken machten wir uns dann mit dem Schiff auf nach Lindau. Nach einer einstündigen Fahrt konnten wir schon das Wahrzeichen Lindaus erspähen: die Hafeneinfahrt mit einem Leuchtturm und dem Bayerischen Löwen.
Abends erkundeten wir die Stadt zu Fuß. Die Altstadt liegt auf einer Insel. Besonders beeindruckt haben uns die idyllischen, romantischen Gässchen. Auch vom Rathaus der Stadt, welches durch seine einzigartige Malerei sehr stilvoll wirkt, waren wir fasziniert.

Dienstag, 8. August 2006

An diesem Tag stand dann schon ein anderes Ziel auf unserem Programm: Auf geht’s nach München! Glücklicherweise sind wir mit dem Zug dort hingefahren, sonst hätten wir ein, meiner Meinung nach, kleines Highlight von Lindau gar nicht entdeckt: seinen Bahnhof. Dieser Bahnhof besticht durch die schöne Decken- und Bodengestaltung.
In München eingetroffen, haben wir uns auf den direkten Weg zum Deutschen Museum gemacht. Besonders spannend war, dass dieses Museum zum Anfassen und Experimentieren einlädt.
Von der Atomphysik bis zur Zeitmessung reichte das Angebot des Museums. So mancher Stoff, den wir aus dem Physikunterricht kannten, wurde uns anschaulich gemacht. Wir konnten ihn so noch besser nachvollziehen.
Um unserem Museumsbesuch noch ein weiteres Highlight hinzu zu setzen, sind wir danach in das Planetarium des Deutschen Museums, wo uns der Sternenhimmel erklärt wurde.

Mittwoch, 9. August 2006

An unserem zweiten Tag in München sind wir zur Allianz Arena gefahren. Diese spielte besonders in den letzten Monaten während der Fussball-WM eine ganz besondere Rolle, so fand dort zum Beispiel das Eröffnungsspiel statt. Mit der Idee, dieses Stadion zu besuchen, waren wir aber nicht allein. So konnten wir leider keinen passenden Termin für eine Führung bekommen. Es blieb uns nichts anderes übrig, als das imposante Stadion nur von außen zu besichtigen.
Danach besuchten wir den Marienplatz in der Stadtmitte, wo zu dieser Stunde eine Demonstration der Uniklinikums-Ärzte aus ganz Deutschland stattfand. So konnten wir das „Neue Rathaus“ in der Menschenmenge nur sehr schwer betrachten. An diesem Abend sind wir mit dem Zug zurück nach Fellbach gefahren.

Donnerstag, 10. August 2006

Um 9 Uhr hatten wir im Rathaus Fellbach einen ganz besonderen Termin. Wir wurden von Herrn Bürgermeister Geyer und Herrn Kögler begrüßt. Wir berichteten von unseren bisherigen Eindrücken und sprachen auch über unser nachfolgendes Programm.
Nach der Begrüßung hatten wir einen Termin im Chemischen und Veterinärunter-suchungsamt (CVUA) Fellbach. Der Mitarbeiter, Herr Frommberger, führte uns durch die verschiedenen Laboratorien, in denen zahlreiche Untersuchungen durchgeführt werden. Zum Beispiel werden dort Lebensmittel aus Bäckereien auf die Probe gestellt. Das CVUA befasst sich nicht nur mit Lebensmitteln, auch die so genannten Bedarfsgegenstände (also Gegenstände des täglichen Gebrauchs) werden untersucht. Es wird beispielsweise überprüft, ob in Kinderspielzeugen gefährliche Weichmacher vorhanden sind.
Herr Frommberger gewährte uns auch einen kurzen Einblick in die teuren Geräte die das CVUA besitzt. Zur Genauigkeit dieser Geräte hat uns Herr Frommberger ein anschauliches Beispiel gegeben: Wenn man ein Stück Würfelzucker in den Bodensee wirft, können diese Geräte dies erkennen.
Was wir im CVUA gesehen haben, war sehr beeindruckend. Wir wussten zuvor nicht, dass sich in Fellbach ein solch bedeutendes Untersuchungsamt befindet, dessen Arbeit so wichtig für den oft so ahnungslosen Verbraucher ist.
Vielen Dank an Herrn Frommberger, der diesen Besuch so interessant gestaltete.
Mittags flogen wir dann mit dem Flugzeug von Stuttgart nach Berlin. Unser Hotel, direkt am Kurfürstendamm gelegen, hatte eine super Lage. Abends gingen wir in eine Karaoke-Bar, was sehr amüsant war.

Freitag, 11. August 2006

Zuerst gingen wir ganz hoch hinaus, nämlich auf den Fernsehturm Berlin. In nur 40 Sekunden waren wir auf 200 m Höhe, natürlich nicht zu Fuß, sondern mit dem Aufzug. Der Ausblick über ganz Berlin war einmalig und wir konnten uns einen totalen Überblick von Berlin verschaffen.
Danach schritten wir durch das Brandenburger Tor, dem nationalen Symbol für Einheit, und erblickten auch schon die Siegessäule.
Unser nächster Programmpunkt war die große ägyptische Sonderausstellung im Gropiusbau, wo wir, unter anderem, die berühmte Büste der Königin Nofretete bestaunen konnten.
Unser letzter Punkt an diesem Tag war der frühere Grenzübergang, der sog. Checkpoint Charlie. Dort konnten wir zum Beispiel ein originales Warnschild („Sie verlassen den amerikanischen Sektor“) entdecken. Wir besuchten dann das Mauermuseum, welches an die Zeit der Berliner Mauer von 1963 bis 1989 erinnert und viele Fluchtversuche, gelungene und nicht gelungene, dokumentiert. Insgesamt haben wir an diesem Tag viele verschiedene Aspekte kennen gelernt und wurden an die dunkle Vergangenheit Berlins erinnert.

Samstag, 12. August 2006

An diesem Wochenende fand das Hanse Sail, das Treffen der Groß- und Traditionssegler, in Rostock und Umgebung statt. Deshalb machten wir uns auf an die Ostsee, nach Warnemünde, um eine Vielzahl von Schiffen zu bestaunen. Das Fest wird ergänzt durch einen Vergnügungspark und ein riesiges Angebot an Ständen, an denen der Hunger mit Fischspezialitäten gestillt werden konnte. Allein schon dies war der Grund für die Besuchermassen.
Zurück in Berlin besuchten wir das Imax-Kino, welches uns mit seiner riesigen Bildwand ein reales Filmerlebnis gewährte. Der dreidimensionale Effekt sorgte dafür, dass man den Eindruck hatte, sich mitten im Geschehen zu befinden.

Sonntag, 13. August 2006

Der Sonntag begann mit einem Schrecken. Florences Mastercard wurde im Geldautomat der Sparkasse Berlin eingezogen. Wir versuchten vergeblich diese wieder zurückzubekommen, womit einige Stunden unserer kostbaren Zeit draufgingen.
Wir besuchten gegen Mittag das Reichstagsgebäude. Nachdem uns im Plenarsaal ein Einblick auf die Plenarsitzungen der Abgeordneten gegeben wurde, genossen wir die schöne Sicht von der berühmten Kuppel des Reichstages.
Da wir im Münchner Stadion kein Glück hatten, machten wir uns auf ins Olympiastadion, wo wir auch gleich den WM-Bus der französischen Nationalmannschaft von außen betrachten konnten. Höhepunkt der Fußballgeschichte dieses Stadions war natürlich die Fußball WM 2006, wo Italien am 9. Juli Weltmeister wurde. Doch nicht nur Fußballer haben dort schon den Ball rollen lassen, auch Leichtathleten, besonders zur Olympiade 1936, haben ihr Können hier schon oft unter Beweis stellen können.

Montag, 14. August 2006

An diesem Tag fuhren wir mit dem Zug über Leipzig nach Meißen. Ein kurzer Aufenthalt in Leipzig gewährte uns die Chance, die große Shoppingmeile des Bahnhofes zu entdecken.
Nachdem wir in unserer Partnerstadt Meißen angekommen sind, haben wir unser Hotel und die Altstadt kennen gelernt. Nach einem Rundgang haben wir im Restaurant des Hotels gegessen, was ein Restaurant der Extraklasse war und für uns völliges Neuland.

Dienstag, 15. August 2006

An diesem Tag sind wir nach Dresden gefahren, um diese schöne Stadt, auch Elbflorenz genannt, zu besichtigen. Leider konnten wir die rekonstruierte Frauenkirche nur von außen betrachten, da im inneren gerade ein Orgelkonzert stattfand, für das es keine freien Plätze mehr gab.
So beschlossen wir ins Deutsche Hygienemuseum zu gehen. Wir wollten endlich wissen, was hinter diesem Namen steckt. Im Mittelpunkt des Museums steht der Mensch. So gibt es zum Beispiel eine Ausstellung zum Thema: Leben und Sterben, vom Entstehen der Zelle bis zum Tod des Menschen. Das Museum informiert die Besucher aber auch über richtige Ernährung, Bewegungsabläufe im Körper, die Funktion des Gehirns und verschiedene Krankheiten die beispielsweise mit der Sexualität verbunden sind. Ein toller Weg die Menschen auf solche Dinge aufmerksam zu machen.
Nach diesem Museumsbesuch stand eine dreistündige Schiffsrundfahrt zum Thema Weltkulturerbe auf dem Programm. Das Dresdner Elbtal, welches 2004 von der UNESCO als Welterbe aufgenommen wurde, hat vielerlei zu bieten. Es hat Musiker, Dichter und Künstler schon immer wie ein Magnet angezogen. Die reizvolle, intakte Kulturlandschaft, aber auch die schönen Schlösser am Ufer sind hübsch anzusehen. Leider hat bei unserer Fahrt das Wetter nicht mitgespielt und wir mussten einige Male unter Deck gehen, um vor starken Regenfällen zu flüchten.

Mittwoch, 16. August 2006

Für Mittwoch stand ein Treffen mit der Familie Cotta aus Meißen auf dem Programm. Frau Cotta, Fremdenführerin, zeigte uns Meißen und konnte uns schnell beweisen, dass hinter der, am Anfang so unscheinbar wirkenden Stadt Meißen, viel mehr steckt. Es wird sogar behauptet, dass Napoleon dort zweimal genächtigt hat.
In Meißen gibt es zahlreiche Bauwerke aus der Gotik (Dom, Frauenkirche), der Renaissance (Bürgerhäuser) sowie der Neorenaissance.
Was für uns unvorstellbar war, war die große Flut von 2002. Meißen war vom Jahrhundert-Hochwasser betroffen. Wir konnten den damaligen Pegelstand der Elbe ablesen und nur erahnen, was das für eine Katastrophe gewesen sein muss.
Wir bekamen dann die Möglichkeit einen echten Meißner Fummel zu probieren. Dieses hauchdünne Gebäck geht auf das 18. Jahrhundert zurück. Damals verkehrte ein sächsischer Kurier des Kurfürsten zu Sachsen zwischen Dresden und Meißen. Man sagte ihm nach, dass er gern einmal ein Schluck des Meißner Weines zu viel trank. Der Kürfürst befahl der Bäckerzunft dann, ein leicht zerbrechliches Gebäck herzustellen. Dieses musste der Kurier nach seinem Besuch in Meißen dem Kurfürsten ohne Beschädigungen vorzeigen. Dann konnte man ihm nicht nachsagen, zuviel des Meißner Weines genossen zu haben.
Nachdem wir das berühmte und auch sehr wertvolle Meißner Porzellan in der Porzellanmanufaktur bestaunen konnten, mussten wir uns auch schon auf den Weg zum Flughafen machen. Familie Cotta ermöglichte uns aber einen kurzen Zwischenstopp beim Schloss Moritzburg, so dass wir das Bauwerk aus der Renaissance auch noch besichtigen konnten. Familie Cotta gestaltete insgesamt gesehen einen sehr spannenden und aufschlussreichen Tag, dafür sind wir ihnen sehr dankbar.
Unser nächstes Ziel war dann Hamburg, das wir mit dem Flugzeug erreichten.

Donnerstag, 17. August 2006

Da wir nur einen Tag in Hamburg zur Verfügung hatten, haben wir, um möglichst viel zu sehen, beschlossen, eine Stadtrundfahrt mit dem Bus und eine Hafenrundfahrt mit dem Schiff zu machen. An der sog. Speicherstadt vorbei, sahen wir sehr viele Baustellen. Sofort wird uns auch erklärt, warum sich dort so viele Baustellen befinden: das Projekt Hafencity ist in vollem Gange. Die Hafencity soll eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Kultur, Freizeit, Tourismus und Handel werden und 2008 sogar formell ein eigener Stadtteil Hamburgs sein. Spannend wäre es, im Jahr 2025 noch einmal nach Hamburg zu fahren, denn dann soll die geplante Hafencity endgültig fertig gestellt sein.
Während unserer Hafenrundfahrt konnten wir ein riesiges Frachtschiff, die Cosco Hamburg, bestaunen, welche gerade mit Containern beladen wurde. Bemerkenswert ist, dass sich ein solcher Koloss mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h fortbewegt. Den restlichen Spätnachmittag nutzen wir für Einkäufe in den vielen Geschäften der Hamburger Innenstadt.
Was wäre ein Trip nach Hamburg, ohne den Besuch eines Musicals? Wir entschieden uns für Dirty Dancing. Es begeisterte allein schon die riesige Eingangshalle. Die Vorstellung, die sich uns dann aber im Inneren bot, war unbeschreiblich und sorgte oft für Gänsehaut. Unsere Plätze in der ersten Reihe waren perfekt und dieser gelungene Abend war ein schöner vorläufiger Abschluss unserer Reise durch Deutschland.

Freitag, 18. August 2006

Ein bisschen wehmütig, dass dies nun schon das Ende unserer Reise war, machten wir uns mit dem Zug auf die Heimreise nach Fellbach. Ein Zwischenhalt in Köln ermöglichte uns noch einen Blick auf den Kölner Dom und ein Museumsbesuch.
Im Museum Ludwig wird Kunst des 20. Jahrhunderts (z.B. Werke von Marc Chagall, Pablo Picasso und Salvador Dali) ausgestellt. Manchmal auch schwer interpretierbare Werke Moderner Kunst, wie zum Beispiel aufeinander gestapelte Kartons, machen das Museum Ludwig aus.
Die Zugfahrt von Köln über Koblenz führte uns durch eine der landschaftlich am schönsten gelegenen Bahnstrecken am Rhein entlang. Viele Schlösser und Burgen zeigen die große Bedeutung dieser Gegend.

Samstag, 19. August 2006

Nachdem wir uns etwas von den Strapazen der langen Reise aus Hamburg erholt hatten, verbrachten wir, auf Wunsch von Florence, den Nachmittag bei IKEA in Ludwigsburg. Florence wollte wissen, ob es wesentliche Unterschiede zwischen deutschen und französischen Möbelhäusern gibt. Gefunden hat sie jedoch nicht viele.
Abends hatten wir etwas Zeit um ein Fazit zu ziehen. Während unserer Reise haben wir viele unterschiedliche Aspekte Deutschlands kennen gelernt, seien es die verschiedenen regionalen Dialekte und die jeweiligen Spezialitäten. Auch die Vielfalt der Landschaften und der deutschen Geschichte, sowie, um nicht zu vergessen, die vielen technischen Fortschritte und Entdeckungen, die wir deutschen Denkern zu verdanken haben, haben uns sehr beeindruckt.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die deutsch-französische Freundschaft, die sich im Laufe der zwei Wochen aufgebaut hat. Die Stimmung war stets gut. Wir haben viel gelacht und haben uns fest vorgenommen, uns im nächsten Jahr wieder zu sehen. Wir werden dieses gemeinsame Erlebnis in guter Erinnerung behalten und die vielen Eindrücke für unseren weiteren Lebensweg mitnehmen.
Vielen Dank an Herrn und Frau Eisele, die uns diese erlebnisreichen 2 Wochen mit ihrer großzügigen Stiftung ermöglicht haben.
Herzlichen Dank auch an Herrn Kögler, der uns ein tolles, abwechslungsreiches Programm aufstellte und uns bei Problemen stets zur Seite stand.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dr. Karl Eisele und Elisabeth Eisele Stiftung