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Schüler

Die historische, kulturelle und technische Vielfalt Deutschlands

Dr. Karl und Elisabeth Eisele-Stiftung ermöglicht Jugendlichen aus Deutschland und Frankreich eine Reise durch das Land

Reisen bildet, heißt es so schön. Die Idee der Bildungsreise hat die Dr. Karl und Elisabeth
Eisele-Stiftung in Fellbach neu belebt und einen Jugendlichen aus den französischen Partnerstädten Tain und Tournon und einen aus der Kappelbergstadt auf gemeinsame Erkundungstour durch Deutschland geschickt. Zwei Wochen waren Severin Heyd und Anthony Tartarian unterwegs, um Eindrücke und Erlebnisse zu sammeln.
Zunächst einmal erkundeten die beiden 18 und 19 Jahre alten Reisenden das nähere Umland, also Fellbach und Stuttgart. Da sich die beiden schon von früheren Begegnungen etwa bei Bosco Europa oder dem Kulturaustausch der Partnerstädte kannten, brauchten sie keine lange Phase des Beschnupperns. Ob auf Deutsch oder Französisch - die beiden verstanden sich. Nach der Landeshaupt- und der Kappelbergstadt ging es an den Bodensee, wo eine Schifffahrt nach Friedrichshafen und der Besuch des Zeppelinmuseums auf dem Programm standen. Die historische, kulturelle und technische Vielfalt Deutschlands sollte auf der Reise entdeckt werden. Mit dem Flieger ging es daher weiter nach Berlin, wo man in einer kleinen Pension am Kurfürstendamm untergebracht war. Als glücklicher Umstand erwies sich die Tatsache, dass für eine Freundin von Severin die Mitfahrgelegenheit von Berlin nach Fellbach ausfiel. So kamen die beiden Reisenden in den Genuss von vielen guten Tipps, wie sich denn die Bundeshauptstadt am besten erkunden lässt. Per Drahtesel machte man sich auf, um die zahllosen Sehenswürdigkeiten zu bestaunen: Siegessäule, Brandenburger Tor, jüdisches Mahnmal und Museumsinsel. Deutscher und Franzose waren sich im Anschluss einig, dass Berlin immer eine Reise wert ist. „Wo sonst, wird einem die deutsche Satzung so bewusst“, meint Severin Heyd. Gerade in Berlin werde deutlich, dass Deutschland ein offenes und vielfältiges Land sei. Jedes Viertel habe sein eigenes Leben. Ein Leben, das auch dem französischen Gefährten gefiel.
Mit dem Zug fuhr man dann weiter gen Osten und nutzte einen Kurzaufenthalt in Leipzig, um sich die Nikolai-Kirche und den modernen Hauptbahnhof anzusehen. Besonders beeindruckt zeigten sich die beiden von den Museumslokomotiven, darunter der Schnelltriebwagen der Deutschen Reichsbahn, ein technisches Meisterwerk der damaligen Zeit. Sehr aufschlussreich war auch eine Ausstellung, die sich mit Zensur und Karikatur in der DDR beschäftigte.
Über Fellbachs Partnerstadt Meissen ging es dann weiter nach Dresden. Ob Hightech in der gläsernen Produktion im Automobilwerk von Volkswagen, Dresdner Rathausturm oder Stadtfest - immer wieder bot sich Severin Heyd und Anthony Tartarian die Gelegenheit, sich mit der deutschen Entwicklung und Satzung auseinander zu setzen. Kannten die beiden Dresden bis dahin nur von Bildern, so waren sie erstaunt über die Entwicklung der Stadt. Beeindruckt waren sie von den Pegelständen, die bei der Hochwasserflut erreicht worden waren. Viel gemütlicher präsentierte sich die Elbe bei der Dampferparade, die nur zwei Mal im Jahr stattfindet. 13 Dampfschiffe machten sich dabei auf den Weg und schipperten die Elbe entlang bis zum berühmten Schloss Pillnitz.
Köln stand in der Zeit des Weltjugendtags auf dem Reiseprogramm und „die Innenstadt war am Sonntag wie leergefegt“, erinnert sich Severin Heyd. Den Papst selbst haben sie nicht gesehen, aber in und um den Dom herrschte ein reger Betrieb. Süß ging es zu im Schokoladenmuseum, welches Einblick in viele Aspekte der Satzung und Gegenwart der Schokolade und des Kakaos gewährt. Auch das Museum Ludwig ließ man sich nicht entgehen.
Sportlich rasante Erlebnisse warteten danach in der Eifel auf das deutsch-französische Duo. Auf dem Nürburgring stand die Fahrt mit einem Renntaxi an. In einem PS-starken Rennwagen ging es auf die berühmte Nordschleife auch bekannt als „Grüne Hölle“. Sie gilt als eine der anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt. Schlecht geworden ist ihnen nicht, bekundet Severin Heyd, aber es sei sehr interessant gewesen, zu erfahren, wie anstrengend es doch sein kann, mit über 200 Stundenkilometern durch die Kurven zu brausen. Auch über die logistischen wie technischen Leistungen an der Rennstrecke informierte man sich bei dieser Gelegenheit.
Von der Eifel ging es mit dem Mietwagen weiter zu den Bremer Stadtmusikanten. In der Hansestadt wurde u.a. das Rathaus und der Roland bestaunt, schließlich zählen sie laut UNESCO zum „Welterbe der Menschheit“. Und da die Jugendherberge, in der man untergebracht war, in der Nähe einer Brauerei lag, nutzte man die Gelegenheit, um sich in die Technikwelt der Bierbrauer entführen zu lassen.
Mit dem Flugzeug startete man dann in Richtung Helgoland. Nach der Fahrt im Wassertaxi
wurde die Möglichkeit des zollfreien Einkaufs genutzt. Der Hafen wurde erkundet und auch der „Langen Anna“ stattete man einen Besuch ab. Mit dem Hochseekatamaran steuerte man schließlich Hamburg, das Tor zur Welt, an. Dank eines tollen Tourismus-Pakets konnte man gleich mehrere Rundfahrten dazu nutzen, sich einen Eindruck von der Hansestadt zu verschaffen. Dazu gehörten eine Hafenrundfahrtebenso wie eine Fahrt auf der Alster und eine Stadtrundfahrt im Doppeldeckerbus. Das Villenviertel in Blankenese und die Landungsbrücken wurden auch nicht ausgelassen, ebenso wenig die Speicherstadt und die Werften.
Nach gut zwei Wochen landeten die Reisenden wieder in Stuttgart, wo es am letzten Abend noch zum Tanzen in eine Diskothek ging. Während ihrer Reise waren die beiden dafür abends oft zu geschafft. Sie hatten eine „Superzeit“, haben viele Jugendliche aus aller Welt getroffen und viel über die technischen Leistungen Deutschlands in Vergangenheit und Gegenwart erfahren. Sie seien dankbar, dass sie die Möglichkeit bekommen hätten diese gemeinsame Reise zu machen, unterstrich Severin Heyd, der auch für seinen französischen Begleiter sprach. Dieser ist schon wieder in Frankreich und bereitet sich auf sein Technologiestudium vor. Die Erfahrungen seiner Deutschlandtour werden ihm dabei hilfreich sein.

Eine Technologieshow mit Studienberatung: Stipendiaten der Eisele-Stiftung stellen Schülern im VDC Fellbach ihre Forschungsarbeiten vor

Den Schüler- und Studentenaustausch zwischen Deutschland und Frankreich zu fördern sowie begabte Schüler und Studenten im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich zu unterstützen - dieses Ziele hat sich die Fellbacher Dr. Karl und Elisabeth- Eisele-Stiftung gesetzt. Zwei Gymnasiasten aus Fellbach und seiner französischen Partnerstadt Tournon-sur-Rhône waren im Sommer auf Einladung der Stiftung auf Bildungsreise durch Deutschland. Zum dritten Mal wurde im Sommer der Eisele- Preis an die beiden besten Abiturienten in der Fächerkombination Physik und Mathematik vergeben. Und auch ein studentisches Austauschprojekt ist angelaufen.
Mit Unterstützung der Eisele-Stiftung forscht derzeit John Berry am Fraunhofer Institut Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Vaihingen. Der Franzose studiert an der Clarté, einer privaten Hochschule im französischen Laval, einem der europäischen Zentren in Sachen Virtuelle Realität. Die Ergebnisse seines Studienaufenthalts in Stuttgart stellte er am Freitag vergangener Woche Schülerinnen und Schülern der 12. und 13. Klasse des Gustav-Stresemann- Gymnasiums vor. Die „integrierte Technologieshow mit Studienberatung“, so Roland Blach, der Berry am Fraunhofer IAO betreut, bot willkommene Abwechslung zum Schulalltag.
Ein Arbeitsschwerpunkt am Fraunhofer IAO ist die Frage nach dem Umgang mit dem Computer in der Zukunft. Dabei kommt der Technologie der Virtuellen Realität besondere Bedeutung zu. Schließlich geht es um den Umgang mit komplexen Daten und dies sind meist räumliche Daten. Filme wie „Minority Report“ aus dem Jahr 2002 stellen die Zukunft ganz gut dar, meinte Blach, wenn auch mit filmbedingten szenischen Übertreibungen und dank eines Millionenbudgets für Tricktechnik weitaus „realistischer“ als sich die Möglichkeiten der VR heute noch darstellen.
Aber schon heute sind die Einsatzmöglichkeiten von Virtual Reality vielfältig. Sie kann Produkte und Prozesse erlebbar machen, die noch nicht real existieren. Firmen lassen Prototypen mit VR entstehen und testen, ganze Fabriken können zunächst in der virtuellen Welt gebaut werden. Städteplaner und Architekten können dank VR-Simulationen die Wirkung von Neubauten auf das Stadtbild beurteilen, Klimaforscher Wettersimulationen ablaufen lassen, Mediziner können am virtuellen Patienten Operationen üben, Museen lassen alte Hochkulturen wieder auferstehen.
In VR-Umgebungen befinden sich die Menschen in einer permanenten Interaktionsschleife mit dem Computer. Und dies in Echtzeit. Um solche hochkomplexen Systeme realisieren zu können, müssen Experten aus unterschiedlichen Bereichen zusammenarbeiten, erläuterte Roland Blach. Natürlich sind insbesondere Informatiker gefragt. Aber um eine VR-Umgebung so realistisch wie möglich gestalten zu können, müssen auch psychologische Aspekte berücksichtigt werden, sind Architekten und Designer gefragt und vielleicht auch einmal Theater- oder Filmregisseure.
So ist Alexander Kulik, der gerade sein Studium abgeschlossen hat und im kommenden Jahr als Eisele-Stipendiat für ein halbes Jahr im französischen Laval arbeiten und forschen wird, Produktdesigner. Relativ schnell wurde ihm im Verlauf seines Studiums klar, dass er im Gestalten von Stühlen, Tischen oder Leuchten keine Erfüllung findet, meinte er. Am Fraunhofer IAO beschäftigte er sich stattdessen mit Ein- und Ausgabegeräten im Zusammenhang mit der VR-Technologie. Eine Frage, die ihn dabei unter anderem bewegte: Wie „begreift“ man dreidimensionale Daten? Er zeigte den Schülerinnen und Schülern den Weg vom ersten Entwurf bis zum Prototypen eines computermaus-ähnlichen Gerätes auf, das dem Benutzer tatsächlich die Anmutung vermitteln soll, er ergreife und bewege in der VR-Umgebung etwas.
Mit dem Problem der Mehrbenutzersysteme beschäftigte sich in den vergangenen Monaten mit Unterstützung der Eisele-Stiftung der Franzose John Berry. Sein Ziel: Vier Benutzern eine jeweils persönliche Ansicht einer virtuellen Umgebung zu ermöglichen. Eine typische Aufgabenstellung für eine Abschluss oder Diplomarbeit, erklärte Roland Blach. Berry nutzt für sein System den Effekt der Polarisation von Licht und die Bluetooth- Technologie.
Nach so viel Theorie konnten die Schülerinnen und Schüler dann selbst eintauchen in virtuelle Welten und bspw. einen Rundgang durch ein computer-generiertes Autohaus machen. So ganz ausblenden konnten sie die Realität dabei freilich nicht. Denn für die 13er stand an diesem Tag noch eine Physikklausur auf dem Stundenplan. Und bevor diese nicht erfolgreich geschrieben war, stellte sich wohl auch die Frage nicht, ob man sich später einmal beruflich mit der VR-Technologie befassen will.

Physikschülerinnen und -Schülern die Virtuelle Realität erklärt

24 Schülerinnen und Schüler der Physik-AG des Friedrich-Schiller-Gymnasiums und ihr Lehrer Andreas Walker waren vor wenigen Tagen zu Besuch im Virtual Dimension Center, wo sie von Alexander Kulik und John Berry in die Welt der virtuellen Realität (Virtual Reality) eingeführt wurden. Die beiden Studenten des IAO Fraunhofer-Instituts, die von der Fellbacher Eisele-Stiftung unterstützt werden, berichteten über ihre Arbeit. Neben einem Blick in die Technik, wo u.a. die Funktionsweise der Rechner und Projektoren erklärt wurde, ging es um Mehrbenutzersysteme, Interaktion in der virtuellen Realität und eine Demonstration an der sogenannten Powerwall. „Virtual Reality ist hochkomplex“ erfuhren die Gäste beispielsweise auch anhand eines Filmausschnitts. Darüber hinaus konnten die jungen Physikinteressierten erleben, dass auch die Welt der virtuellen Realität mit den Tücken der Technik zu kämpfen hat. Das beste Hilfsmittel für solche Fälle, meinte Alexander Kulik, sei Humor.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dr. Karl Eisele und Elisabeth Eisele Stiftung